Karthago

Karthago Die Ruinen von Karthago - hier die Ruinen der Thermen, sind eine der wichtigen Sehenswürdigkeiten von Karthago und ganz Tunesien heute.

Karthago - Stadt mit Weltruhm

Karthago liegt an Tunesiens Nordküste, ca. 10 km östlich der Hauptstadt Tunis. Wo einst eine der mächtigsten Städte der Antike lag, präsentiert sich heute eine der charmantesten Regionen von Tunis. Das Meer lockt, wie in exotischen Lagunen, in unterschiedlich schillernden Türkistönen. Bezaubernde kleine Städtchen und elegante Vororte von Tunis - Carthage, La Marsa, Sidi Bou Said - liegen hier und verbinden Moderne und Kultur mit der Kunst des "savoir vivre".

Kultur in Karthago

Die bedeutende Geschichte und das Flair tunesischer Lebensart des "savoir vivre" haben zum Ruhm von Karthagos Küsten beigetragen. Der Blütenduft unzähliger Bougainvilleas an strahlendweißen Hauswänden und während des Sommers an jeder Straßenecke angepriesener Jasmin Sträuße betört die Sinne. Sonnenüberflutete Terrassen maurischer Cafés inspirieren zum gemütlichen Kaffeegenuss. Und den exquisiten Fisch- und Meeresfrüchtespeisen, die in vielen guten Restaurants nach traditionellen Rezepten gezaubert werden, kann man sich kaum entziehen.

Auch das Kunstgewerbe hat es in diese Gegend gezogen. Viele Galerien haben, neben Kulturclubs und Kunsthandwerksateliers, hier ihren Platz gefunden, wie auch viele Festivals, z.B. das Filmfestival, das Sommerfestival, das Octobre Musical, andalusisch-arabische Konzerte.

Paläste an Karthagos Küsten

Badespaß an Karthagos Küsten ist im Sommer ein Erlebnis. Einige der schönsten Urlaubspaläste Tunesiens mit exotischen Pflanzen, andalusischen Innenhöfen, Kunstwerken und antik anmutenden Säulen, teilweise im traditionellen oder modernen Baustil gehalten, sind hier zu finden. Die Hotelauswahl Karthagos ist groß, vom Luxushotel bis zur Clubanlage bieten alle bei erstklassigem Service und ausgezeichneter Küche einen Urlaub der Extraklasse, und auch Familienurlauber, Bade-, Sonnen- und Wassersportfans entdecken im Sommer ihr Urlaubsparadies an den Stranddünen. Nachtschwärmer kommen ebenfalls an Karthagos Küsten - Tunesiens Hot Spots - auf ihre Kosten.

In der Nebensaison verzaubert Karthago die Reiter und Golfer mit besonderem Charme, vor allem der Golf de Carthage (18 Löcher) mit Mandarinenbäumchen und fast 100jährigen Eukalyptusbäumen.

Das einstige Akropolium, der Brysa Hügel bietet herrlichen Blick über den Golf von Tunis. Nur ein Augenblick dieser Aussicht weckt Glanz und Ruhm vergangener Zeiten, der immer noch an jeder Ecke Karthagos zu spüren ist.

Geschichte von Karthago

Die antike Stadt Tunesiens, das sagenumwobene Karthago, wurde als mächtigster Feind der Römer und Griechen 814 v. Chr. von Phöniziern (bedeutendes Seefahrervolk aus dem Osten, besiedelte die nordafrikanische Küste und soll sogar bis Amerika gelangt sein) gegründet. Bedingt durch Karthagos Lage an der wichtigsten phönizischen Handelsroute, der Straße von Sizilien, konnte sich die Händlerstadt und damals eine der bedeutendsten Mittelmeermächte, Karthago, mit Kolonien auf Sardinien, Sizilien, Balearen, Korsika und an Spaniens Südküste und ständigen Konflikten mit griechischen Kolonien, im Aufschwung des Seehandels im 4. und 5. Jh. v. Chr. zur reichsten Mittelmeerstadt mit 400.000 Einwohnern entwickeln.

Letztlich führten die drei Punischen Kriege gegen das emporkommende Rom zum Untergang Karthagos. Nach 3jähriger Belagerung wurde Karthago, nach erbittertem Widerstand, 146 v. Chr. von den Römern zum Ende des 3. punischen Krieges bis auf die Grundmauern zerstört (entsprechend Catos berühmter Forderung: "Carthagenium esse delendum" - Karthago muss vernichtet werden). Darum sind kaum Ruinen aus punischer Epoche in Karthago zu finden. An den Ruinen sieht man heute noch Spuren aus Zeiten, als die Römer die Machtsymbole niederbrannten.

Schließlich verdankt Karthago 46 v. Chr Julius Caesar seine Auferstehung. Caesar beschloss Karthagos Wiederaufbau nach seinem Sieg über Pompeius. Doch erst Antonius führte diesen Plan 29 v. Chr. mit 3.000 Siedlern in Karthago (damals: "Colonia Iulia Concordia Carthago") aus. Noch heute bezeugen viele Ruinen Karthagos diese glanzvollen Zeiten. Auch Hannibals Wiege ist hier zu finden.

Eine große christliche Gemeinde bestand bereits Ende des 2. Jh. in Karthago. Zu Zeiten als zweitwichtigster Bischofssitz des westlichen Reiches neben Rom prägte Bischof Cyprian (248-258) Karthagos Christengemeinde in vielen Synoden afrikanischer Bischöfe mit Autorität nach Italien, Gallien und Spanien. Infolge zunehmender Christenverfolgungen fiel Cyprian dann im Jahr 258 dem Märtyrertod zum Opfer.

Im 4. Jahrhundert blieb Karthago blühende Metropole, da die römische Provinz immer noch Roms wichtigster Getreidelieferant war, jedoch verlor Karthago an Bedeutung. Karthagos große Zeit gehörte der Vergangenheit an, obwohl um 600 eine gewisse Nachblütezeit folgte. Trotz Schrumpfen des besiedelten Stadtgebietes wurden viele zentrale Gebäude wieder renoviert und erneuert.

Im Zuge islamischer Expansion stießen ab 647 die Araber auch nach Nordafrika vor, gründeten die Provinz Ifriquia. Kairouan wurde Hauptstadt. Erst 698 fiel das stark befestigte Karthago und wurde von den Arabern zerstört. Das nahegelegene Tunis übernahm die Rolle des Verwaltungszentrums. Karthagos Ruinen dienten über Jahrhunderte nur als Steinbruch arabischer Städte wie Kairouan, Sousse, Tunis u. a.

Sehenswürdigkeiten von Karthago

Wo Karthago einst stand, liegt jetzt der Villenvorort von Tunis, Carthage, mit ca. 25.000 Einwohnern, ein modernes Städtchen, das das Flair des Ruhmes vergangener Zeiten nicht verloren hat.

Die Handelsmacht Karthago hatte eine besondere, für andere Lebensform des Mittelmeerraumes offene Kultur.

Karthago ist heute Touristenattraktion. 1979 wurde das Ausgrabungsgelände von Karthago in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Viele gravierte Stellen, Amulette, Statuen und andere Andenken Karthagos vor römischen Zeiten sind im Nationalmuseum von Carthage zu sehen. Die Mosaike im Museum, die Ruinen alter Villen und das alljährlich beim Festival zum Leben erweckte römische Theater spiegeln genussreiches Lebens, während die Reste der Damous El Karita Kathedrale die frühe Fusion mit dem Christentum bezeugt.

Ob auf dem Tophet der Göttin Tanit und dem Gott Baal Hammon erstgeborene Söhne geopfert wurden, ist von Forschern umstritten. Eine Grabstätte mit 50.000 Kleinkinder-Urnen wurde jedenfalls dort ausgegraben.

Im Archäologischen Park, direkt am Meer, liegen die im 2. Jh. n. Chr. eröffneten Thermen des Kaisers Antonius Pius. Mit immens hohen (15 m) Säulen und monumentalen Untergeschossen lassen sie die Schwindel erregende Größe der ursprünglichen Anlage erahnen. Es sind, nach den römischen Caracella-Thermen, die größten des Imperium Romanum. Sie zeigen lediglich zwei Drittel der Originalhöhe des damaligen riesigen Komplexes als Zeichen Karthagos damaliger Macht und einstigen Wohlstandes.

Politisches Machtzentrum in Tunesien ist Karthago noch immer. Die Villen der Reichen und Mächtigen und der herrlich gelegene Präsidentenpalast stehen hier, und Karthagos Name hat selbst nach Jahrtausenden, trotz aller Niederlagen gegen Rom, von seiner Faszination nichts verloren.

Foto: Fidex2020 / gemeinfrei

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