Kairouan

Kairouan Moschee Die Hauptmoschee Uqba von Kairouan kann auch mit Besuchergruppen besichtigt werden.

Die Heilige Stadt Kairouan - Stadt der 300 Moscheen

Kairouan (Qairawān), Afrikas erste arabische Stadt mit heute knapp 120.000 Einwohnern, ist nach Mekka, Medina und Jerusalem die vierte heilige Stätte des Islam. Kairouan liegt 150 km südwestlich von Tunis und 50 km westlich von Sousse. Die "Stadt der Sonne und des Sandes" mit der beeindruckenden, hervorragend restaurierten 3,5 km langen Stadtmauer mit 20 Wachtürmen und der berühmten Moschee Sisi Oqba (7./9. Jh.) lädt ein zum Schlendern durch die Medina mit den meisten Sehenswürdigkeiten der Stadt und verwinkelten Souks. Die dort angebotenen Teppiche sind berühmt. Die besten Teppiche Nordafrikas werden in Kairouan geknüpft und gewebt.
Sehenswürdigkeiten Kairouan

Nicht zuletzt die Vielfalt der Hausfassaden mit unterschiedlichsten Türfarben, -formen und -verzierungen faszinieren den Altstadtbesucher. Der Place des Martyrs, das Märtyrertor (Bab ech Chouhada) am Haupteingangstor ist eine weitere Sehenswürdigkeit ebenso wie die beiden Wasserspeicher zur Trinkwasserversorgung aus dem Jahr 862, die Bassins des Aghlabides.

Das Konzert unzähliger Muezzine ertönt täglich mehrmals im Klang des arabisch-islamischen intakten Altstadtensembles. Seit 1988 steht Kairouan auf der Liste des Weltkulturerbes der Menschheit mit der Altstadt und den traditionell orientalisch nach Zünften geordneten Märkten und den Moscheen sowie Sakralbauten. Kairouan, die Stadt der 300 Moscheen und spirituelle Heimar aller Tunesier ist Nordafrikas bedeutendste islamische Stadt. Unter Moslems heißt es, dass sieben Besuche in Kairouan einer Fahrt nach Mekka gleichkommen. Entsprechend ist die Stadt eine vielbesuchte Pilgerstätte. Unter die frommen Pilger mischen sich heute zahllose "Ungläubige", die in Kairouan einfach nur Urlaub machen wollen.

Die Große Moschee (Djama Sidi Oqba - wichtigste und größte Moschee Tunesiens) ragt festungsähnlich mit kunstvoll geschnitzter Holzkanzel und mehrfarbigem Säulenwald aus arabischer, byzantinischer und römischer Zeit als Glanzstück arabischer Baukunst inmitten der unzähligen Moscheen und Schreine heraus. Bis zu 200.000 Pilger kann ihr Vorhof, den auch Nichtmuslime betreten dürfen, an bestimmten Tagen fassen. Zum Beispiel die "Moschee der drei Türen" (Moschee Thlethe Bibane), die "Barbiermoschee" (Mausolee Abou Zommaa el Balaoui) und die die "Säbelmoschee" (Zaouia Sidi Amor Abbada) sind weitere wichtige Moscheen Kairouans.
Touristenscharen sonnen sich kaum zwei Std. entfernt von Kairouan am Strand Tunesiens. Doch Kairouan trotzt von allem Trubel fast unbemerkt der Moderne und lebt im Rhythmus des Islam, als wäre die Zeit stehen geblieben.

Geschichte von Kairouan

Kairouan wurde im Jahr 671 mitten in der Steppe Tunesiens im sicheren Landesinnern, da das Mittelmeer von der Flotte von Byzanz beherrscht wurde, von einem Anhänger des Propheten Mohammed als Stützpunkt für die Eroberung Nordafrikas gegründet. Bald entwickelte sich Kairouan zum Zentrum arabischer Kultur und des nordafrikanischen Islam. Auch bei der Arabisierung der Berber und Lateinsprecher in Maghreb spielte Kairouan eine bedeutende Rolle, auch als Hauptsitz Ifriqiyas arabischer Statthalter und später der Aghlabiden.

Die islamischen Schiiten, die Fatimiden, übernahmen im Jahr 909 Ifriqias Macht. Durch ethnisch-religiöse Spannungen mit der sunnitischen Bevölkerung waren sie jedoch gezwungen, in der von ihnen gegründeten Hauptstadt al-Mahdiya an der Ostküste ihre Machtposition auszubauen, um gegen 972-973 von dort das Zentrum des fatimistischen Kalifats nach Kairo (die Siegesreiche) zu verlagern.

Der Ibadite Abu Yazid konnte nach Eroberung Kairouans zwischen 944 - 946 mit Unterstützung der Sunniten der Stadt die Fatimiden Hegemonie kurzfristig unterbrechen. Kairouan zählte Mitte des 10. Jahrhunderts über 100.000 Einwohner und verfügte über eine Wasserversorgung aus den Bergen mit zahlreichen Zisternen unter der Hauptmoschee und in der Stadt. Letzte Blüte erlebte Kairouan unter ihrem bekanntesten Herrscher al-Mu'izz b. Bâdis (1016-1062) der Ziriden, die nach endgültigem Fatimiden Abzug die Macht Ifriqias übernahmen, bis dann im Jahre 1054 Beduinenstämme als Strafexpedition der Fatimiden Kairos Kairouan überfielen und sie nahezu vollständig zerstörten. Al-Mu'izz floh 1057 nach al-Mahdiya, Kairouan und seine Umgebung war zur Plünderung freigegen und verlor durch den Aufstieg der Küstenstädte, allen voran Tunis, immer mehr an Bedeutung.

Abu Zam'a al Balawi, Gefährte des Propheten Mohammed ist Lokalheiliger der Stadt. Sein Grab wird im nach ihm bekannten Stadtteil al-Balawiya verehrt. Bereits im 10. Jahrhundert wird berichtet, dass Stadtbewohner an dieser Stelle ein Grab mit unversehrtem Leichnam gefunden haben. Er soll drei Barthaare Mohammeds bei sich getragen haben.

Moscheebibliothek in Kairouan

In der Moscheebibliothek in Kairouan wurde erst Mitte der 80er Jahre begonnen, überwiegend auf Pergament geschriebenen Handschriftenbestand zu sortieren, deren überwiegende Mehrheit islamischem Recht und ältesten Materialien weltweit zur Rechtliteratur zuzuordnen ist, Literatur der Malikiten im 9. Jahrhundert. Außerdem verfügt die Bibliothek über eine der reichhaltigsten Korancodices Sammlungen, darunter aus dem sogenannten Blauen Koran (mehrere Exemplare aus 1293 - 1294) ohne diakritische Punkte aus dem 9. und 10. Jahrhundert in archaischer Kufi-Schrift.

Auch Rilke schrieb im Dezember 1910 aus Kairouan Zeilen an seine Schwester Clara.

Foto: Vince Crawley / gemeinfrei

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