Tunis - fast 3 Jahrtausende Geschichte


Tunis, Bardo Museum

Tunis, Bardo Museum

Foto:FVA Tunesien, tunesien.info

Geschichte von Tunis

Im Grunde älter als das Land Tunesien ist die Geschichte von Tunis (Berberwort Tunes = Kap), einer der ältesten Mittelmeerstädte. Tunes, die numidische Stadt, existierte schon im 9. Jh. v. Chr. vor Eintreffen phönizischer Kolonisten. Thuni (so wurde Tunis von den Römern genannt) spielte in Karthagos Schatten nur eine schützende Vorpostenrolle.

Der schnelle Landeszugang und die an der leicht zu schützenden Bucht einmalige geographische Lage schafften ideale Ansiedlungsbedingungen. Tunis Blütezeit nach Karthagos Zerstörung durch Araberstämme im Jahr 692 endete 300 Jahre später. Im 9. Jh. diente Tunis kurzfristig unter den Aghlabiden als Residenz. Die Medina mit der Ez-Zitouna-Moschee entstanden in dieser Zeit.

Tunis andauernde Aufstieg zur Metropole begann erst 1229 mit Beginn der Hafsiden-Dynastie, die ihr zu einmaliger Blüte als Hauptstadt Ifriquias und führendes Handelszentrum mit Europa verhalf, was heute noch bedeutendsten Bauwerke bezeugen, nur fielen leider die alten Medinamauern dem Metropolenausbau zum Opfer. Tunis zählte vom 12. bis 16. Jh. zu den reichsten und größten Städten der gesamten islamischen Welt.

Ein Eroberungsversuch Ludwig des IX. im Jahr 1270 schlug fehl, 1534 kam Tunis erstmals unter türkische Herrschaft, Karl V. eroberte es nur 1 Jahr später. Tunis unterstand spanischem Protektorat bis zu endgültiger türkischer Herrschaft im Jahr 1574. Die Stadt wuchs als Piraten- und Handelszentrum. Zahlreiche moslemische andalusische Flüchtlinge und viele Juden siedelten sich an und verhalfen Tunis zu kulturellem und wirtschaftlichem Aufschwung. Im 18. Jh. war Tunis ständiges Streitobjekt um die Macht im Mittelmeer kämpfender Nationen. Von November 1942 bis Mai 1943 wurde Tunis während des 2. Weltkrieges von den Achsenmächten als deren letzte Afrikabasis gehalten (Afrikakorps/Erwin Rommel).

Nach der Unabhängigkeit im Jahr 1956 wanderten die meisten Europäer aus - fast ein Viertel der Bevölkerung, meist Franzosen und Italiener. Die Landflucht in Tunis führte zugleich zu großem Bevölkerungszuwachs und unzähligen Neubaugebieten. Als sich Tunis nach allen Seiten ausdehnte, rang es selbst dem Meer Bauland ab.

Die Arabische Liga hatte 1979 bis 1990 ihr Hauptquartier in Tunis, ebenso von 1982 bis 1993 die PLO, deren Hauptquartier 1985 im Strandbad Hammam Plage von der israelischen Luftwaffe bombardiert wurde. Über 60 Menschen kamen ums Leben.


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